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Kaffeehäuser: Grand Hotel Europa in Prag

Diese wahre Perle des Jugendstils befindet sich am Wenzelsplatz in Prag, der mit einer Fläche von 45.000 m² zu den größten Plätzen Europas gehört, aber aufgrund der einseitigen Ausdehnung eher an einen Boulevard erinnert. Die heutige Form der Bebauung existiert übrigens bereits seit weit über 100 Jahren. Zwischen 1890 und 1930 entstanden die meisten Häuser am Wenzelsplatz.

Erbaut wurde das Haus bereits 1872 und nochmals Anfang des 20. Jahrhunderts in den Jugendstil umgebaut. Es gehörte ab 1924 einem tschechischen Hotelier, dessen Name es auch ursprünglich trug: Hotel Sroubek. 1951 wurde es verstaatlicht und ab Ende 1989 – wie viele andere Gebäude auch – als Folge der Samtenen Revolution unter Václav Havel an die früheren Eigentümer zurückgegeben. Der Realsozialismus in Tschechien war Geschichte, innerhalb von wenigen Wochen vollzog sich der Wechsel zur Demokratie.

Die Zahl der Übernachtungsgäste im Hotel erhöhte sich in den darauf folgenden Jahren und doch: Im Herbst 2013 wurde Insolvenz angemeldet und nach der Entlassung aller Mitarbeiter, waren die Türen für die Gäste zuerst einmal verschlossen.

Im Mai 2016 wurde es dann von dem tschechischen Unternehmer Vaclav Skala an ein Unternehmen der Julius Meinl-Firmengruppe verkauft. Eine aufwändige Sanierung findet nun derzeit statt mit dem Ziel das Grand Hotel Europa voraussichtlich im Jahr 2019 als Fünf-Sterne-Hotel wiederzueröffnen.

Leider ist aktuell dadurch auch kein Geschäftsbetrieb im Kaffeehaus möglich. Ein Blick durch die großen Glasscheiben im Erdgeschoss offenbart Neugierigen nur noch ein paar runde Marmortische, verschiedene Teile der Wandverkleidung und die Drehtür im Eingang. Wirklich schade und Chapeau vor dem Mut der Investoren !

Auch wenn ich bisher noch keinen Kaffee in diesen ehrwürdigen Räumen trinken konnte, kann ich mir gut vorstellen, dass sich inmitten dieses Jugendstil-Ambientes eine wunderbare Atmosphäre entwickelt haben muss. Ich bin gespannt auf das Jahr 2019 und hoffe sehr, dass der Termin auch eingehalten werden kann.

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DVD zum Kaffee

Leider gibt es diese wunderbare Dokumentation auf DVD im Handel nur noch gebraucht zu kaufen. Dabei gibt der Film „Schwarzes Gold“ von Marc und Nick Francis in 90 Minuten Antworten auf viele Fragen, die den Kaffeetrinker im Coffeeshop bei seiner nächsten Kaufentscheidung positiv beeinflussen könnten.

Der Film zeigt die Verflechtungen von Kaffee in der Weltwirtschaft, wobei die reichen Länder durch ihre Landwirtschaft subventionieren und damit die Preise auf Kosten der armen Länder entlang des geografischen Kaffeeqürtels niedrig halten. Das bedeutet dann unter anderem, dass Kaffeebauern für hochwertigsten Kaffee nur ca. 50 Cent pro Kilo erhalten, der Betreiber eines Coffeeshops mit diesem einen Kilo Kaffeebohnen gut 80 Tassen Kaffee erhält und damit um die 240,- EUR Umsatz generiert. Ist das noch fair ? Was können wir dagegen tun ?

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Segafredo: Espresso Casa

Vor kurzem habe ich ihn zufällig beim Einkaufen entdeckt und dann gleich nach Hause mitgenommen zum Testen: Espresso Casa gemahlen in der 250g-Packung von Segafredo.

Die für meine Begriffe sehr schön gestaltete Verpackung lässt auf einen guten Espresso für zu Hause hoffen: Auf das Ergebnis in der Kaffeetasse war ich dann doch sehr gespannt.

Bevor ich dann weiter über den Kaffee schreibe, vorab noch eine kurze Info zum Hersteller:

Segafredo Zanetti“ ist ein international tätiges Einzelhandelsunternehmen mit italienischem Stammsitz. Gegründet wurde die Firma von Massimo Zanetti im Jahr 1973 – nach dem Kauf der ehemals staatlichen Kaffeerösterei „Segafredo“ – als „Segafredo Zanetti S.p.A.„. Die komplette Kaffeeproduktion vom Anbau bis zur Abfertigung wird eigenständig organisiert, denn Segafredo besitzt zudem eine eigene Plantage in Brasilien, die angeblich auch die größte zusammenhängende Kaffeeplantage der Welt ist. Weiterhin gehören acht Röstereien und die Espressomaschinen-Produktion „La San Marco“ zum Unternehmen.

Laut der Produktbeschreibung ist der Kaffee sowohl für die Siebträgermaschine als auch für die Bialetti geeignet. Ich habe mich für die typisch italienische Variante entschieden und den Kaffee in der Mokkakanne zubereitet.

Oben siehst Du den fertig zubereiteten Espresso Casa: Schwarz wie die Nacht, angenehm aromatisch, leicht und mild, mit einer leicht bitteren Note im Abgang. Für mich geht das teilweise in Richtung einer Bar-Mischung, teilweise erinnert mich der Geschmack aber auch an einen Filterkaffee.

In der Summe würde ich den Espresso Casa durchaus als geeignetes Pulver für die Bialetti empfehlen, wenn Du keinen starken Kaffee trinken möchtest. Mir ist das geschmackliche Erlebnis jedoch zu eindimensional und aufgrund der fehlenden prägnanten Note einfach auch zu unspektakulär. Mein Fazit: Es gibt weitaus bessere Alternativen für die Mokkakanne.

Aufgrund der Erfahrungen in der Bialetti habe ich auf einen Espresso aus der Siebträgermaschine verzichtet, zumal ich auch nur 250g Kaffeepulver zum Testen hatte.

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Rast am Irschenberg

An einer deutschen Autobahn eine Kaffeebar zu finden, wo es auch einen guten Espresso für tatsächlich 1,- EUR gibt ? Unmöglich ? Doch, das gibt es tatsächlich auch heutzutage (in 2017) noch: Auf dem dritten Teilstück der Bundesautobahn 8 von München nach Salzburg betreibt die Kaffeerösterei Dinzler eine Art Kaffeewelt direkt an der Autobahn-Ausfahrt „Irschenberg“. Dort befindet sich ein wenig abseits vom Rasthof Irschenberg Süd, dem Autobahnmotel Irschenberg und einem Fastfood-Restaurant das Dinzler-Areal mit einer Kaffeebar, einem eigenen Restaurant, der Dinzler-Kaffeerösterei und einer Backstube. Von früh bis spät werden hier die Gäste mit Essen und Getränken versorgt.

Wer ein wenig mehr Zeit mitbringt, der sollte unbedingt die landschaftlich reizvolle Umgebung erkunden. Über die Bundesstraße sind es nur gute zehn Minuten bis zum Seehamer See. Oder wie wäre es mit einem Abstecher in das elf Kilometer entfernte Bad Aibling ? Einen kleinen optischen Vorgeschmack liefert auch die Webcam am Irschenberg mit Blick Richtung Wallfahrtskirche Wilparting, die ich hier verlinkt habe:

Bevor es dann weiter geht auf der Reise über die Autobahn macht es durchaus Sinn etwas Kaffee auf Vorrat für Daheim einzukaufen. Bei meinem letzten Aufenthalt am Irschenberg habe ich auch eine Packung frisch gerösteten Espressokaffee mitgenommen, die ich in den letzten Tagen verkostet habe.

Nachdem die Mazzer-Mühle die eingefüllten Kaffeebohnen fachmännisch und fein gemahlen hatte, war ich von dem Ergebnis im Siebträger doch überrascht: Eine derart marmorierte und dichte Crema habe ich selten aus einer Kaffeemischung bezogen. Das Kaffeeextrakt war sehr konzentriert, daher bin ich mir sicher, dass es damit auch gut einen Espresso lungo (Extraktion mit der doppelten Wassermenge) gegeben hätte. Beim nächsten Besuch am Irschenberg werde ich dann wohl gleich zwei Packungen mitnehmen.