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Kaffeehäuser: Café Fanta in Prag

Vorab ein wenig Geschichte: Der vom tschechischen Architekten Josef Fanta im Jugendstil erbaute Hauptbahnhof in Prag zählte damals den bedeutendsten Bahnhofsgebäuden und orientiert sich architektonisch am „Gare du Nord“ in Paris. Der Prager Hauptbahnhof wurde 1909 eröffnet und nach fast 100 Jahren begann im Jahr 2006 eine umfangreiche Sanierung des Empfangsgebäudes. Das Kaffeehaus im Prager Hauptbahnhof trägt übrigens den Namen des Architekten: „Fantova Kavárna“ und wer vor dem Café an einem der zahlreichen Tische Platz nimmt, dem erschließt sich die volle Pracht der Decke und der farbenprächtigen Restaurierung des Empfangsgebäudes.

Das Besondere am Prager Hauptbahnhof: Es gab zwar in jedem größeren Bahnhof damals auch schon Restaurants, aber das Café Fanta wurde erst in den 1970er Jahren in jenem Raum eingerichtet, in dem ursprünglich einmal die Fahrausweise verkauft wurden. Dabei wurde es mit so viel Feingefühl in die Fahrkartenhalle eingefügt, dass man als Besucher annimmt, es wäre schon immer dort gewesen.

Das Café Fanta in Prag wird von Café Coffee Day betrieben. Das ist eine sehr große Kaffeekette aus Indien, die neben 1600 Cafés in Indien auch in Malaysia, Ägypten und Tschechien präsent ist. Sowohl der Kaffeeanbau als auch das Rösten und der Vertrieb in eigenen Cafés stellen die Kernkompetenzen von CCD (Café Coffee Day) dar. Dazu werden auf 10.000 Hektar die Kaffeespezialitäten selbst angebaut und im eigenen Werk in Chickmagalur / Indien geröstet und verpackt: Natürlich auch nachhaltig und UTZ-zertifiziert.

Der Espresso selbst war geschmacklich nicht zu kräftig, jedoch auch nicht dünn und mit einer guten Crema fürs Auge. Mir hat er sehr gut geschmeckt, vor allem in der umwerfenden Umgebung der ehemaligen Schalterhalle des Prager Hauptbahnhofs.

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Salimbene Caffettiera Espresso

Direkt aus dem schönen Neapel stammt diese Kaffeemischung aus Arabica-Bohnen. Daraus wurde dann in der Siebträgermaschine ein Espresso mit einem vollen Körper und einer strukturierten Crema zubereitet. Geschmacklich fiel mir beim Espressobezug vor allem das nussige Aroma auf.

Salimbenes Topröstung Caffettiera verdankt ihren Namen der klassischen neapolitanischen Kaffeekanne, der Caffettiera Napolitana. Wer mit diesem Begriff nichts anfangen kann: Es gibt unzählige Varianten, unter anderem die bekannteste von Bialetti: Moka Express. Eben mit so einer Maschine wurden im Hause Salimbene früher die Proben verkostet und das wurde dann auch als Name für diesen hochwertigen Espressokaffee verwendet.

Das Unternehmen wurde im Jahr 1933 von Gennaro Salimbene in erster Linie für den Kaffee-Import gegründet. Erst am Ende der 1940er-Jahre startete Salimbene auch mit der Kaffeeröstung und dem Verkauf der eigenen Kaffeemischungen.

Mittlerweile wird Salimbene vom Enkel des Firmengründers geleitet. Carlo Grenci gründete 2001 die Firma ESPRESSO.IT srl, die dann im Jahr 2003 sämtliche Produktionsanlagen der Familie übernahm, um so die Kontinuität der Produktion als auch die Qualität der Marke Salimbene zu gewährleisten.

Laut der Packungsbeschreibung kommen die Rohkaffees für diese Röstung aus Brasilien, Honduras, Indonesien und Uganda. Dabei unterstützt das kräftige Aroma der Arabicas aus Honduras die milde Fülle der Kaffeebohnen aus Brasilien. Hinzu kommen Fruchtnoten und eine beschwingte Leichtigkeit durch die Kaffees aus Uganda. Die unglaubliche Raffinesse der Rezeptur entsteht aber erst durch die fein dosierte Zugabe von indonesischem Kaffee. Das gibt dem Salimbene Caffettiera das gewisse würzige Etwas.

Das Ergebnis ist jedenfalls eine äußerst gelungene Balance zwischen Frucht, Süße, Körper und Cremigkeit und lädt immer wieder zu einer weiteren Tasse ein. Der geringe Koffeingehalt von etwa ca. 2 % und die ausgesprochen gute Bekömmlichkeit kommen einem da sehr gelegen …

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Kaffeehäuser: Café Obecni Dum in Prag

Es gibt in Prag günstigere Kaffeehäuser als das Kavárna Obecni Dum im Repräsentationshaus am Platz der Republik mit der Hausnummer 5. Aber … das Café solltest Du einfach mal gesehen und erlebt haben. Falls Du Dich für Architektur und / oder Geschichte interessierst, dann steht das sowieso als absoluter Pflichtbesuch auf der Liste.

Innen ist es fast so als wäre die Zeit stehen geblieben und wenn Du dann an einem der Marmortische sitzt, einen Kaffee und vielleicht auch ein Stück Kuchen aus der Kuchenvitrine auf Rädern ausgesucht hast, dann findest Du auch Zeit Dich in aller Ruhe umzusehen und viele Details zu entdecken. Und so wird auch bei Dir dieser Kaffeehausbesuch sicher noch lang in lebendiger Erinnerung bleiben.

Es hat schon einen gewissen elitären Charakter vor den Mahagoni-Wandvertäfelungen auf lederbezogenen Bänken zu sitzen, eine Tasse Espresso vor sich auf dem Tisch stehen zu haben und einfach nur dem Treiben im Kaffeehaus zuzuschauen. Gäste kommen, Stühle werden zurecht gerückt, die Kuchenvitrine wird zwischen den Tischen hindurch geschoben, Bestellungen werden aufgenommen, Kellner laufen mit Getränken hin und her.

Mich hat das sehr fasziniert und ich muss bei meinen Besuchen in Prag immer wieder mit Bedauern feststellen, dass so ein Kaffeehaus eine liebenswerte Institution ist, die es bei uns in Deutschland leider schon lang nicht mehr gibt.

Zu guter Letzt noch ein Kommentar zum Espresso: Die Crema ist auch auf den Bildern nicht zu übersehen: dick und feinporig. Die Barmischung (wahrscheinlich der Espresso Classico) stammt von Burkhof Kaffee – einer bayerischen Kafferösterei aus dem Unternehmensverbund der J.J.Darboven GmbH & Co. KG. Im Ergebnis ist das aber noch ganz ok, stark und intensiv im Geschmack und optisch – aufgrund der Crema-Sensation – ein echter Hingucker.

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Espresso beim Bäcker ?

Im Kampf um die Gunst der Kaffeekunden wollen auch die Bäckereien nicht zurückstehen und ihre ehemalige Domäne zurückzugewinnen: Denn Kaffee als Produkt beim Bäcker war früher nicht ungewöhnlich, sondern an der Tagesordnung. Gab es damals nur die Kaffeeriesen wie Tchibo und Eduscho, hat sich heutzutage die Angebotsvielfalt auch dort in Form von vielen überregionalen Kaffeeröstereien niedergeschlagen.

In einem Café einer Bäckerei in Landshut in Niederbayern habe ich in den vergangenen Tagen mehrere Espressi getrunken. Das Heißgetränk stammt von einer großen Kaffeerösterei. Unter dem Label „Meister Kaffee“ – einer Exklusivmarke für Bäckereien und Konditoreien – bietet seit 2015 unter dem Namen „Cafe da Lagoa“ einen exklusiven Kaffee aus Brasilien an. Er stammt ausschließlich von der UTZ- und Rainforest-Alliance-zertifizierten Kaffeefarm Fazenda da Lagoa, die bereits 1764 gegründet wurde und seitdem in der brasilianischen Minas Gerais in 1.100 Metern Höhe angebaut wird.

Das Ergebnis in der Tasse hat mich positiv überrascht: Ein Espresso mit mildem und doch kräftigem Geschmack, eine dichte Crema, insgesamt eine sehr harmonische Anmutung, leicht nussig mit Fruchtnoten. Mein Fazit ? Wirklich gelungen, zumal auch das Equipment für die Kaffeezubereitung schon vorab einen recht professionellen Eindruck hinterlassen hat: Zwei große Mühlen und eine elektronisch gesteuerte, dreigruppige Siebträgermaschine. Wenn diese Komnbination anfangs einmal richtig eingestellt ist, entscheidet ja nur noch die Qualität der Kaffeebohnen über das Ergebnis in der Tasse. Besonders gut gefallen hat mir die Kaffeekompetenz der Mitarbeiterin. Es geht also doch. Und die Kunden werden es zu schätzen wissen.

Und so war es dann auch … ein Kaffee aus der Bäckerei, der einige Coffeeshop-Produkte in den Schatten stellt.