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Barbera Espresso

Südlich vom Vesuv kommen diese gerösteten Kaffeebohnen, die den typischen Neapel-Style haben: Dunkel und stark in der Erscheinung bilden die Bohnen die ideale Voraussetzung für einen extrem kräftigen Espresso.

Für die neapolitanische Barmischung werden die Kaffeebohnen aus verschiedenen Anbaugebieten chargenweise geröstet und dann erst in einem bestimmten Verhältnis vermischt.
Das Ergebnis zeigt sich als Kaffee mit ausgewogenem und angenehm süssem Geschmack. Dazu kommt eine recht üppige Cremabildung, die jedoch typisch ist für süditalienische Kaffeemischungen.

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Typisch Anfänger ?

Was nützt dir hervorragendes Equipement, wenn du die Basics nicht beherrscht ? Gerade für die Epsressozzubereitung gilt es einige Dinge zu beachten. Hier kommen die fünf wichtigsten Hinweise dazu:

1. Kaffee kommt nicht in den Kühlschrank !

Gemahlener Kaffee ist ein Magnet, wenn es darum geht fremde Gerüche anzuziehen. Also bitte nur nicht in den Kühlschrank damit.

2. Kaffee vorab mahlen !

Früher war es üblich sich den Kaffee beim Kauf gleich entsprechend im Geschäft mahlen zu lassen. In vielen Espressobars gibt es Mühlen, bei denen die Kaffeebohnen auch für mehrere Espressi vorgemahlen werden. Für den Heimgebrauch solltest du immer frisch und protionsgerecht mahlen, denn das Kaffeepulver enthält Aromen, die sich in gemahlenem Zustand sehr schnell verflüchtigen.

3. Passend zum Verwendungszweck mahlen !

Jeder Kaffeesorte hat aufgrund der individuellen Röstung ihren eigenen Mahlgrad. Temperatur und Aufbewahrungsart haben ebenfalls Einfluss auf den Mahlgrad. Für die Verwendung im Siebträger sollte das Kaffeepulver eine weiche Konsistenz haben – von der Haptik her so zwischen feinem Sand und grobem Mehl.

Falls der Ergebnis in der Tasse zu bitter schmeckt, solltest du die Extraktionszeit reduzieren. Das geschieht dann, indem du den Mahlgrad etwas gröber einstellst. Ist das Kaffeepulver zu grob, dann fliesst der Espresso zu schnell in die Tasse und schmeckt wässrig. Der Grund dafür liegt darin, dass das Kaffeepulver nur kurz mit dem Wasser in Berühung kommt und kaum Inhaltsstoffe gelöst werden und in der Tasse landen.

4. Gutes Wasser ist die halbe Miete !

Die Hauptbestandteile des Kaffees sind Kaffeepulver und viel Wasser. Somit ist es klar, dass gutes Wasser einen entscheidenden Einfluss auf die Kaffeequalität hat. Ist das Wasser sehr kalkhaltig spricht man von hartem Wasser. Dadurch landen beim Extraktionsprozess unabängig vom Mahlgrad auch weniger Kaffeearomen in der Tasse. Bei weichem Wasser – optimal wäre ein Härtegrad von 7 dH – schmeckst du das auch in der Tasse. Eventuell kannst Du über einen Wasserfilter die Qualität deines Wassers erhöhen oder alternativ auf Quellwasser aus der Flasche umsteigen.

5. Die Hitze macht’s !

Die meisten Siebträgermaschinen sind werkseitig auf eine Wassertemperatur zwischen 93 und 96 Grad Celcius eingestellt. Das wäre das Optimum, allerdings gibt es da viele Toleranzen und die ideale Temperatur sollte ja direkt im Siebträger ankommen. Ist das Wasser zu heiss, werden Bitterstoffe aus dem Kaffeepuck herausgelöst. Ist das Wasser zu kalt, dann können auch weniger Aromen aus dem Kaffeemehl im Siebträger freigesetzt werden.

Wenn du die Hinweise umsetzt, dann steht einem guten Espresso in der Tasse nichts mehr im Weg. Und damit wünsche ich dir viel Erfolg bei der Kaffeezubereitung.

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Es war einmal: Tchibo Magazin

Vor langer langer Zeit fiel in Hamburg der Startschuss für ein monatlich erscheinendes 34-seitiges Magazin, welches damals allen Kaffee-Sendungen der Kaffeerösterei von Max Herz und seinem Geschäftspartner Carl Tchiling beigelegt wurde. Das Heft im DIN A5-Format enthielt neben Geschichten auch verschiedene feste Rubriken wie Bildergeschichten, Rezepten, Handarbeitsseiten, Haushaltstipps, Preisausschreiben, Tchibo auf Reisen und vielem mehr.

Von 1952 an wurden bis weit in die 70er Jahre unzählige Ausgaben des monatlich erscheinenden Tchibo-Magazins gedruckt. Mit der Mocca-Festtagsmischung und dem Gold-Mocca begann auch die Erfolgsgeschichte von Tchibo, die mittlerweile schon seit fast 70 Jahre besteht.

Bei den Recherchen über die Tchibo-Magazine habe ich auch die Herkunft des Firmennamens herausgefunden: „Tchibo“ selbst ist eine Wortschöpfung der Gründer und setzt sich aus dem Namen „Tchiling“ und „Bohne“ zusammen. Weshalb Max Herz sich nicht selbst auch im Firmennamen verewigt hat, konnte ich nicht herausfinden. Vielleicht weisst du mehr darüber ? Dann freue ich mich über einen Kommentar von dir.

Auch bei der Kaffeemischung „Gold-Mocca“ geht Tchibo – für damaligen Verhältnisse – neue Wege: Neun verschiedene Kaffeesorten beinhaltet der Kaffee – üblich waren in den 50er-Jahren maximal drei oder vier Sorten.

Übrigens hat sich Tchibo damals in Sachen Monatsheft ein wenig Inspiration beim knapp 100 km entfernt ansässigen Wettbewerber geholt. Die Bremer Kaffee-Großrösterei Eduscho hatte bereits knapp 20 Jahre vorher ein ähnliches Magazin mit Abbildungen, Sachbeiträgen, Erzählungen, Gedichten und Rezepten für ihre Kunden ins Leben gerufen. Von Mai 1933 bis Ende 1939 wurde diese 24-seitige „Eduscho’s Illustrierte Monatsschrift“ herausgegeben. Insgesamt gab es jedoch nur knapp 80 Hefte, da der Beginn des 2. Weltkrieges auch das Ende der Magazinreihe bedeutete.

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Pepes Caffe

Pepes Caffe stammt aus der Kaffeerösterei Minges in Breitgüßbach in der Nähe von Bamberg. Der Kaffee ist auf der 1 kg-Packung als Premium-Produkt klassifiziert. Die Kaffeemischung – was genau darin ist, konnte ich leider nicht herausfinden – verspricht einen würzig intensiven Geschmack.

Ein Espresso, der sich als kräftig kategorisiert und es auch ist. Frisch gemahlen kamen die Kaffeebohnen aus der Mazzer Mühle in den Siebträger. Die Extraktion: langsam und gleichmässig. Die Crema: nicht so dicht und fest, aber schon eine Crema, die sich nach Hinzufügen von Rohrohrzucker wieder schliesst. Leichte Stripes zeugen von einem gut extrahierten Espresso.

Fazit: Für den Preis kann man nichts falsch machen …

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Sorgfältiges Tampern

Der Teufel steckt ja meist im Detail. Genau so ist es auch bei der Zubereitung von Espresso aus der Siebträgermaschine. Nachdem der passende Mahlgrad an der Mühle gefunden wurde, das Kaffeemehl die gewünschte Konsistenz hat und in der optimalen Menge im Kaffeesieb liegt, geht es jetzt an das Verfestigen vom Mahlgut. Dabei spricht man in der Kaffeeszene ganz allgemein vom „tampern“ oder „tampen“ und meint damit das Andrücken mittels Tamper.

Tamper ist nicht gleich Tamper, doch die Arbeitsschritte sind immer gleich:
1. Idealerweise benutzt du eine Tamperstation als Siebträgerunterlage, in die du den Siebträger einlegst.
2. Siebträger kurz mal aufklopfen, damit sich das Kaffeepulver gut im Kaffeesieb verteilt.
3. Dann den Siebträger auf der Unterlage gerade halten, wenn du den Tamper – ebenfalls möglichst gerade – aufsetzt.

Gerades Tampern ist wichtig, denn nur eine waagerechte Ebene im Sieb verhindert einen ungleichmässigen Wassereintritt in den Kaffeepuck.

4. Nun drückst du den Tamper fest in das Sieb hinein, damit sich eine ebene Fläche ergibt. Ideal wäre ein Druck von 20 kg. Das Tampen wiederholst du dann nochmal.

5. Nach dem Abnehmen des Tampers (mittels leichter Drehung des Tampers beim Abheben) entfernst du eventuell noch vorhandenes Kaffeepulver aus dem Siebträger durch leichtes Abklopfen oder mit einem Pinsel – natürlich geht das auch mit dem Finger.

Wer sich am Ende dieser Anleitung jetzt noch die Frage stellt, warum man diesen Aufwand betreiben muss: Für einen guten Espresso ist es sehr wichtig, dass das Mahlgut im Siebträgereinsatz komprimiert ist, denn das heisse Wasser soll ja möglichst gleichmässig und langsam genug auf den Kaffeepuck treffen, damit die Inhaltsstoffe gelöst werden und die Extraktion nicht verwässert wird oder mit zu vielen Bitterstoffen in die Tasse kommt.

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Kaffee aus dem Supermarkt ?

Und noch einmal präsentiere ich hier einen Kaffee aus Tschechien. Gekauft habe ich ihn bei britischen, weltweit vertretenen Supermarktkette TESCO. Er kommt bereits fertig gemahlen in die Packung und nennt sich: „Café Blend Ground Coffee“.

In der Mokkakanne wurde der Kaffee dann auf typisch italienische Art auf dem Herd zubereitet. Was dann aus der Bialetti Mokka Express kam, war geschmacklich zwar nicht überragend, aber doch recht angenehm zum Apfelstrudel aus Dinkelvollkorn: Nicht zu stark und trotzdem mit dezentem Charakter.

Mein Fazit: Kaffee aus dem Supermarkt – egal woher – geht schon mal, wird für mich aber eher die Ausnahme bleiben.

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Vom Intermezzo zum Fiasko ?

Segafredo hat verschiedene gemahlene Kaffees im Verkaufsprogramm. Um auch die Bialetti Mini Express Duo mal wieder zu nutzen, gab es deshalb bei mir den „Segafredo Intermezzo“ als Probenkaffee zur Verkostung.

In der Produktbeschreibung wird der „Intermezzo“ als „Zwölfzylinder“ unter den italienischen Espressi bezeichnet: kompromisslos kräftig, voll im Aroma, rassig im Geschmack mit einer feinen, samtigen Crema. Kurz auf den Punkt gebracht: italienisches Temperament in Reinkultur.

Soweit zur Theorie. In der Praxis und als Kaffee aus der Bialetti-Kanne war das geschmackliche Ergebnis dann aber doch ein anderes: Kräftig war er ja, aber irgendwie ohne Charakter. Und damit fehlte die aromatische Komponente. Mein Fazit: Ich kann diesen Kaffee von Segafredo in der Variante aus der Mokkakanne (Bialetti Mini Express Duo) durchaus als guten Partner für aromaintensive Torten / Kuchen empfehlen.

Aber anstelle nur Vermutungen anzustellen, wollte ich es auch verifizieren. Also kam der „Intermezzo“ auch noch in den Siebträger. Ich war sehr gespannt auf das Ergebnis des rassigen Italieners – so jedenfalls wird er ja von Segafredo blumig umschrieben. Mit 250 Gramm gemahlenem Kaffee habe ich meine eigenen Erfahrungen dazu gemacht:

Leider schaut die Realität dann doch ganz anders aus. Kompromisslos kräftig – weitaus kräftiger als in der Mokkakanne – ist er tatsächlich, aber die samtige Crema und das volle Aroma habe ich nicht entdecken können. Mein Fazit: Als gemahlenen Kaffee für die Siebträgermaschine kann ich den Segafredo Intermezzo absolut nicht empfehlen.

Zur Ehrenrettung muss ich allerdings auch sagen, dass es bisher noch kein vorab gemahlener Kaffee geschafft hat ein einigermaßen gutes Ergebnis in der Tasse zu erreichen. Interessant wäre daher mal ein Test mit ganzen Bohnen, da ja dann über die Mahlgrad-Einstellung der Kaffeebezug besser ausgesteuert werden kann.

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Espresso aus Tschechien ?

Es war einfach nur ein Experiment: Es ging darum herauszufinden, ob es tatsächlich auch in Tschechien produzierte Kaffees gibt, die geschmacklich überzeugen können.

Die Wahl fiel auf eine Kaffeerösterei in Prag / Tschechien: Unter dem Label „Marila“ bietet die Firma Mokate Czech s.r.o. verschiedene Kaffeeprodukte an. Nach dem Öffnen der Packung offenbart sich ein erster Blick auf die Kaffeebohnen:

Fein gemahlen durch die Mazzer-Mühle entsteht so das Mahlgut für den ersten Espresso.

Rein optisch zeigt sich nach dem Bezug eine extrem feste Crema in einem schönen Haselnussbraun. Geschmacklich entwickelt sich der Espresso in der Tasse mit einer intensiven Säure, sehr kräftigem Aroma und einer leichten Fruchtnote. Absolut trinkbar, für mich aber kein Vergleich zu den traditionellen Barmischungen.

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Berliner Espresso in Neumarkt

Guter Kaffee und italienische Systemgastronomie – passt das auch zueinander ? In Neumarkt in der Oberpfalz – im Erdgeschoss einer ehemaligen Papiermühle – befindet sich die L’Osteria. Sie gehört neben weiteren Filialen in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz und in England zu einer im Jahr 1999 gegründeten Systemgastronomie-Kette aus Nürnberg.

Typisch italienisches Design trifft hier auf typisch italienisches Essen: Antipasti, Pizza und Pasta werden in den verschiedensten Varianten angeboten. Da darf natürlich auch nicht das typisch italienische Equipment fehlen.

Beim Blick auf die Bar fällt sofort eine mehrgruppige La Marzocco auf. Da liegt es natürlich auf der Hand auch den Espresso daraus zu verkosten.

Nachdem die Bestellung für zwei Espressi beim Barista angekommen ist, fängt er sofort mit den entsprechenden Vorbereitungen an: Aus einer großen Mahlkönig-Mühle kommt das vorportionierte Mahlgut für 2 Tassen in den Siebträger. Gleich nebenan wird dann am CPS-Tamper von MACAP das Mahlgut verdichtet. Darauf geht es zum Einspannen in die La Marzocco. Die vorgewärmten Tassen werden aufgestellt und eine knappe halbe Minute später sind die beiden Espresso-Tassen gefüllt. Respekt: Der Barista bringt sie persönlich zu uns an den Tisch.

Welcher Kaffee wird verwendet ? Der Kaffee aus 100% Arabica-Bohnen nennt sich „Bar Italia“ und stammt aus der Berliner Rösterei Andraschko. Beim Probieren fallen sofort der kräftige Geschmack, ein leichte Säure und die intensive Schokoladennote auf. Auch die Crema ist sehr präsent, wenn auch nicht so intensiv wie bei den typischen italienischen Barmischungen. Dazu fehlt dann doch der entsprechende Robusta-Anteil am Kaffee.

Mein Urteil: Auf jeden Fall ein sehr gelungener Espresso, der sich nahtlos in das typisch italienische Gastronomieerlebnis einreiht. Gerne wieder !

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Kaffee oder Espresso ?

Eine Frage, die öfter mal gestellt wurde: Wie bestellt man richtig, wenn Du einen Espresso an der Bar oder im Restaurant trinken möchtest ?

In Deutschland einfach als Espresso, wobei das da nur für „einen“ Espresso gilt. Ab zwei Tassen sind das dann im Plural: „Espressi“ Aber aufgepasst, denn in Italien ist das ganz anders. Denn dort bestellst Du in der Espresso-Bar oder auch im Restaurant einfach nur einen „Caffè“ – alles klar ?

Traditionell wird in Italien der Espresso an der Bar bzw. an der Theke im Stehen getrunken – er kostet aktuell dann auch nur 1,- EUR. Im Sitzen trinken eigentlich nur Touristen und zahlen dafür allerdings auch deutlich mehr.