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Selber rösten heute

Ist alles kein Hexenwerk, wenn man weiß was man zu tun hat. Zur Erlangung der Basics darfst Du gern in meinem Buch „Einfach nur Kaffee“ weiterlesen.

Selber Rösten Trommelröstung - Einfach nur Kaffee

Alles was dann noch fehlt: Ein Probenröster und natürlich grüne Kaffeebohnen. Heimröster gibt es einige, aber achte darauf, dass Du auch wirklich eigene Kaffeebohnen damit rösten kann und nicht an den Maschinenhersteller gebunden bist.

Und wenn Du alles richtig eingestellt hast, dann sollte – spätestens nach knapp 30 Minuten Röstdauer inklusive Cooling-Phase – das Ergebnis ungefähr so aussehen:

Selber Rösten Kaffeebohnen - Einfach nur Kaffee

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Typisch Anfänger ?

Was nützt dir hervorragendes Equipement, wenn du die Basics nicht beherrscht ? Gerade für die Epsressozzubereitung gilt es einige Dinge zu beachten. Hier kommen die fünf wichtigsten Hinweise dazu:

1. Kaffee kommt nicht in den Kühlschrank !

Gemahlener Kaffee ist ein Magnet, wenn es darum geht fremde Gerüche anzuziehen. Also bitte nur nicht in den Kühlschrank damit.

2. Kaffee vorab mahlen !

Früher war es üblich sich den Kaffee beim Kauf gleich entsprechend im Geschäft mahlen zu lassen. In vielen Espressobars gibt es Mühlen, bei denen die Kaffeebohnen auch für mehrere Espressi vorgemahlen werden. Für den Heimgebrauch solltest du immer frisch und protionsgerecht mahlen, denn das Kaffeepulver enthält Aromen, die sich in gemahlenem Zustand sehr schnell verflüchtigen.

3. Passend zum Verwendungszweck mahlen !

Jeder Kaffeesorte hat aufgrund der individuellen Röstung ihren eigenen Mahlgrad. Temperatur und Aufbewahrungsart haben ebenfalls Einfluss auf den Mahlgrad. Für die Verwendung im Siebträger sollte das Kaffeepulver eine weiche Konsistenz haben – von der Haptik her so zwischen feinem Sand und grobem Mehl.

Falls der Ergebnis in der Tasse zu bitter schmeckt, solltest du die Extraktionszeit reduzieren. Das geschieht dann, indem du den Mahlgrad etwas gröber einstellst. Ist das Kaffeepulver zu grob, dann fliesst der Espresso zu schnell in die Tasse und schmeckt wässrig. Der Grund dafür liegt darin, dass das Kaffeepulver nur kurz mit dem Wasser in Berühung kommt und kaum Inhaltsstoffe gelöst werden und in der Tasse landen.

4. Gutes Wasser ist die halbe Miete !

Die Hauptbestandteile des Kaffees sind Kaffeepulver und viel Wasser. Somit ist es klar, dass gutes Wasser einen entscheidenden Einfluss auf die Kaffeequalität hat. Ist das Wasser sehr kalkhaltig spricht man von hartem Wasser. Dadurch landen beim Extraktionsprozess unabängig vom Mahlgrad auch weniger Kaffeearomen in der Tasse. Bei weichem Wasser – optimal wäre ein Härtegrad von 7 dH – schmeckst du das auch in der Tasse. Eventuell kannst Du über einen Wasserfilter die Qualität deines Wassers erhöhen oder alternativ auf Quellwasser aus der Flasche umsteigen.

5. Die Hitze macht’s !

Die meisten Siebträgermaschinen sind werkseitig auf eine Wassertemperatur zwischen 93 und 96 Grad Celcius eingestellt. Das wäre das Optimum, allerdings gibt es da viele Toleranzen und die ideale Temperatur sollte ja direkt im Siebträger ankommen. Ist das Wasser zu heiss, werden Bitterstoffe aus dem Kaffeepuck herausgelöst. Ist das Wasser zu kalt, dann können auch weniger Aromen aus dem Kaffeemehl im Siebträger freigesetzt werden.

Wenn du die Hinweise umsetzt, dann steht einem guten Espresso in der Tasse nichts mehr im Weg. Und damit wünsche ich dir viel Erfolg bei der Kaffeezubereitung.

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Barbera Espresso

Südlich vom Vesuv kommen diese gerösteten Kaffeebohnen, die den typischen Neapel-Style haben: Dunkel und stark in der Erscheinung bilden die Bohnen die ideale Voraussetzung für einen extrem kräftigen Espresso.

Für die neapolitanische Barmischung werden die Kaffeebohnen aus verschiedenen Anbaugebieten chargenweise geröstet und dann erst in einem bestimmten Verhältnis vermischt.
Das Ergebnis zeigt sich als Kaffee mit ausgewogenem und angenehm süssem Geschmack. Dazu kommt eine recht üppige Cremabildung, die jedoch typisch ist für süditalienische Kaffeemischungen.

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Neujahr – der erste Espresso

Gute Vorsätze sollte man gleich umsetzen und somit beginnt das neue Jahr standesgemäß mit einer Tasse Espresso am Morgen.

Einer meiner Vorsätze beschäftigt sich auch dieses Jahr wieder mit dem Kaffee-Thema, allerdings gedanklich in eine andere Richtung als bisher.

Nachdem im letzten Jahr mein zweites Buch „Nicht einfach nur Kaffee“ in deutscher Sprache veröffentlicht wurde und das vorherige Sachbuch „Einfach nur Kaffee“ neben der deutschen auch in einer englischen und türkischen Ausgabe verfügbar ist, reifte parallel dazu seit einigen Monaten die Idee zu einem weiteren Buch.

Ein grobes Konzept gibt es bereits, die Umsetzung ist allerdings noch offen. Es muss sich nun nur noch zeigen, ob meine Idee auch realisierbar ist: I’ll keep you posted.

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Gusto italiano von Schreyögg

Für richtig guten italienischen Kaffee steht in Südtirol der Name Schreyögg. Angefangen hat es im Jahr 1890 zunächst mit einem kleinen, aber feinen Delikatessengeschäft in Meran / Südtirol. Neben den Kolonialwaren waren auch schon damals die verschiedensten Kaffeespezialitäten aus aller Welt im Angebot. Ab 1905 wurde sogar eine eigene Röstanlage in Betrieb genommen und der Kundenkreis vergrößerte sich nicht nur damit stetig. Ab 1970 begann dann die vollständige Spezialisierung auf Kaffee, es wurde umfangreich expandiert und schließlich fand man im Jahr 2001 den heutigen Standort in der Gemeinde Partschins, ca. 8 km westlich von Meran.

Die Vielfalt an Espresso-Varianten findet der geneigte Kaffeeliebhaber im S-Caffe-Onlineshop von Schreyögg: Gleich zehn verschiedene Espresso-Produkte werden dort angeboten. Da fällt die Auswahl extrem schwer … und trotzdem gibt es mindestens eine weitere Variation, die ich vor kurzem im gut sortierten Einzelhandel entdeckt habe: „Gusto italiano“ – ebenfalls aus der Rösterei Schreyögg, in Deutschland jedoch exklusiv vertrieben von Feinkost Dittmann.

Wenn du wissen möchtest, ob der „Gusto italiano“ von Schreyögg wirklich ein Volltreffer ist, lies einfach in meinem Blogartikel weiter.

Das Mahlgut im Siebträgereinsatz sieht auf dem Bild etwas grob aus, wurde jedoch von einer Mazzer-Mühle relativ fein gemahlen, um auch wirklich viel aus den Kaffeebohnen herauszuholen.

Die relativ dünne Crema in der Tasse schaut trotzdem noch sehr vielversprechend aus: Mit ein wenig Fantasie kannst du sogar auch einen Baum in der Crema-Schicht erkennen, oder nicht ?

Aufgrund der Tatsache, dass ich für den Blog bereits zwei Espresso-Mischungen von Schreyögg verkostet habe – und die waren wirklich gut – lagen meine Erwartungen für den „Gusto italiano“ natürlich dementsprechend hoch und … wurden leider nicht erfüllt. Das Ergebnis in der Tasse war eine minder gute Barmischung und geschmacklich überhaupt nicht vergleichbar mit der – empfehlenswerten – blauen Classic-Mischung von Schreyögg.

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Sorgfältiges Tampern

Der Teufel steckt ja meist im Detail. Genau so ist es auch bei der Zubereitung von Espresso aus der Siebträgermaschine. Nachdem der passende Mahlgrad an der Mühle gefunden wurde, das Kaffeemehl die gewünschte Konsistenz hat und in der optimalen Menge im Kaffeesieb liegt, geht es jetzt an das Verfestigen vom Mahlgut. Dabei spricht man in der Kaffeeszene ganz allgemein vom „tampern“ oder „tampen“ und meint damit das Andrücken mittels Tamper.

Tamper ist nicht gleich Tamper, doch die Arbeitsschritte sind immer gleich:
1. Idealerweise benutzt du eine Tamperstation als Siebträgerunterlage, in die du den Siebträger einlegst.
2. Siebträger kurz mal aufklopfen, damit sich das Kaffeepulver gut im Kaffeesieb verteilt.
3. Dann den Siebträger auf der Unterlage gerade halten, wenn du den Tamper – ebenfalls möglichst gerade – aufsetzt.

Gerades Tampern ist wichtig, denn nur eine waagerechte Ebene im Sieb verhindert einen ungleichmässigen Wassereintritt in den Kaffeepuck.

4. Nun drückst du den Tamper fest in das Sieb hinein, damit sich eine ebene Fläche ergibt. Ideal wäre ein Druck von 20 kg. Das Tampen wiederholst du dann nochmal.

5. Nach dem Abnehmen des Tampers (mittels leichter Drehung des Tampers beim Abheben) entfernst du eventuell noch vorhandenes Kaffeepulver aus dem Siebträger durch leichtes Abklopfen oder mit einem Pinsel – natürlich geht das auch mit dem Finger.

Wer sich am Ende dieser Anleitung jetzt noch die Frage stellt, warum man diesen Aufwand betreiben muss: Für einen guten Espresso ist es sehr wichtig, dass das Mahlgut im Siebträgereinsatz komprimiert ist, denn das heisse Wasser soll ja möglichst gleichmässig und langsam genug auf den Kaffeepuck treffen, damit die Inhaltsstoffe gelöst werden und die Extraktion nicht verwässert wird oder mit zu vielen Bitterstoffen in die Tasse kommt.

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Nicht einfach nur Kaffee

Ich wurde in der Vergangenheit schon oft gefragt, ob es nicht doch noch eine Fortsetzung von „Einfach nur Kaffee“ geben wird. Nach langem Überlegen habe ich mich nun dazu entschlossen.

Seit einigen Tagen findest Du dieses Buch bei Amazon veröffentlicht: „Nicht einfach nur Kaffee“ ist im eigentlichen Sinn aber keine Fortsetzung, sondern setzt auf das Wissen von „Einfach nur Kaffee“ und beinhaltet die besten Beiträge aus dem Kaffeeblog.

Insgesamt 162 Seiten zum Thema Kaffee habe ich zusammengestellt und gerade auch die Leser des Kaffeeblogs werden viele hier von mir bereits veröffentlichte Artikel in strukturierter Form in diesem Buch finden.

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Die starke Bar-Mischung für Zuhause

Das war wohl die mit Abstand stärkste Bar-Mischungen, die ich bisher im Rahmen meines Buchprojektes „Einfach nur Kaffee“ verkostet habe: Süditalien, genauer gesagt Neapel lässt grüßen …

Seit 1986 röstet Familie Vivenzio erlesenen Kaffee südlich von Rom. Die Blends haben die perfekte Mischung aus Erfahrung, Inspiration und Experimentierfreude. Seit zwei Generationen werden nur die feinsten Bohnen aus den besten Anbaugebieten verwendet und schonend mit der traditionellen Trommelröstung weiterverarbeitet.

O’CCAFFÉ vertreibt sechs verschiedene Blends in der Gastronomie-Linie und drei Sorten für den Heimbereich. Der „Gran Caffee Espresso“ für Zuhause wird als vollmundiger Kaffee mit intensivem Geschmack, einer feinen Note von Haselnüssen und anhaltender Crema beschrieben: Ein starker Kaffee mit starkem Charakter. Die gemahlenen Kaffeebohnen setzen sich als Bar-Mischung in einem leider nicht näher definierten Mischungsverhältnis aus brasilianischen Arabica-Bohnen und Robusta aus Indien und Vietnam zusammen. Geeignet sein soll der Kaffee sowohl für Siebträger, Vollautomaten, als Filterkaffee und im Espressokocher. Soweit die Packungsinformationen des Herstellers …

Da der Packungsinhalt bereits vorgemahlen war, konnte ich für die Siebträgermaschine nur anhand der Pulvermenge Einfluss auf die Qualität in der Tasse nehmen. Dies allerdings nur in beschränktem Maß. Denn wie die Messreihe gezeigt hat, ist bei maximaler Befüllung des Siebträgereinsatzes zwar ein hochkonzentriertes Extrakt in der Tasse herausgekommen, aber das war so überextahiert, dass es kaum geniessbar war. Einzig die Crema war vorhanden, wenn auch nicht so dick und so cremig wie bei hochwertigen Arabica-Kaffeebohnen, die das auch ohne Einsatz von Robusta erreichen.

In der Moka-Express von Bialetti sah das Ergebnis schon wieder ganz anders aus: Ein starker Kaffee, der für mein Empfinden ein wenig über das Ziel eines kräftigen Kaffees hinausgeschossen ist.

Mein Fazit: Geschmacklich eher durchschnittlich, zu wenig Charakter, gerade auch für eine Bar-Mischung und absolut kein Kaffee, den ich jeden Tag trinken möchte. Zum Käsekuchen war er durchaus trinkbar, weil der Kuchen geschmacklich im Mittelpunkt stand und der Kaffee im Hintergrund seine Daseinsberechtigung suchte.

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So einfach: Handgefilterter Kaffee

Per Hand aufgebrühter Filterkaffee ist schon seit ein paar Jahren nicht nur in der Kaffeeszene sehr angesagt. Damit der Filterkaffee aber auch wirklich gut gelingt, kommt hier nun die ultimative Kurzanleitung.

Doch vorab erklären wir einmal kurz was alles für einen handgefilterten Kaffee benötigt wird:

1. natürlich Kaffee – für diesen Beitrag habe ich mich für eine nicht ganz so fein gemahlene Kaffeemischung aus 90% Arabica und 10% Robusta von einem italienischen Röster entschieden, die – ursprünglich und fein gemahlen – als Espresso verkauft wird. Den Mahlgrad habe ich ein wenig angepasst, damit das Kaffeepulver etwas stärker in der Körnung aus der Mühle kommt.

2. Filterpapier – egal welcher Hersteller, aber passen sollte es für den Kaffeefilter.

3. Wasser – frisch und einmal richtig erhitzt zum Brühen.

4. Kaffeefilter – ich verwende hier einen Porzellanfilter von Melitta, denn Porzellan hält die Wärme wesentlich länger und somit besser als Plastik.

Und nun geht es in die Vorbereitung: Entlang des Falzes vom Filterpapiers (wo es zusammengepresst ist) einmal umknicken, damit es mehr Stabilität im Kaffeefilter bekommt. Dann wird das Filterpapier in den Filter gelegt.

Wichtig: Das Filterpapier mit heißem Wasser komplett anfeuchten. Danach nochmal heiß spülen. Damit ist sichergestellt, dass sowohl der Kaffeefilter als auch die Kaffeekanne vorgewärmt sind und der Kaffee beim Extraktionsvorgang nicht zu sehr abkühlt. Auch ein möglicher Papiergeschmack des Kaffeefilters wird dadurch umgangen.

Jetzt aber schnell die Kaffeebohnen mahlen. Auf 200ml Wasser kommen 12 g Kaffeepulver. Wer keine Waage zur Hand hat, der kann auch einen mit Kaffeepulver gehäuften Esslöffel verwenden. Der Brühvorgang soll nicht länger als zwei Minuten dauern.

Heißes Wasser wird nun langsam in einer kreisförmigen Bewegung in den mit Kaffeepulver gefüllten Kaffeefilter geschüttet.

Solang heißes Wasser eingießen bis die gewünschte Menge erreicht ist…

Fertig !